Das Land aus Feuer und Eis

Das Land aus Feuer und Eis

Wer die Natur liebt und diese einmal von einer ganz anderen Seite betrachten möchte, der sollte Island besuchen. Bereits ein etwa 4tägiger Kurztrip ver-mittelt Eindrücke, die teilweise das Gefühl vermitteln, weniger auf dem heimatlichen Planeten Erde, als vielleicht schon eher auf dem zerklüfteten Trabanten namens Mond gelandet zu sein.

Eine Reise Wert

Sicherlich haben schon viele einen Gletscher besucht, um die besonderen Pisten und Abfahrten zum Ski-fahren zu nutzen. Aber der, auf den für uns Mittel-europäer schwer aussprechbaren, Namen hörende Gletscher Falljökull ist da doch etwas ganz anderes. Mit Spikes und Eispickel bewaffnet, führen die soge-nannten Glacier Guides durch eine Landschaft, wie sie widersprüchlicher nicht sein könnte. Während eben noch eine unwirklich wirkende Mondland-schaft vor einem liegt, erscheint im nächsten Moment eine meterdicke Eisschicht mit Zerklüftungen von der Tiefe eines Einfamilienhauses.

Während der Sommermonate – hier sind es dann gut und gerne mal bis zu 10 Grad über Null und ganz oft regnet es auch nicht – ist ein Großteil der Eisfl ä-che mit einer schwarzen, feinpulvrigen Schicht aus Lavasand überzogen. Dieser sorgt für eine ständige Bewegung der riesen Eisberge, da deren Schmel-zen durch die schwarze Oberfl äche begünstigt wird, wodurch die schwarzen Sand-Massen wiederum in tiefere Ebenen des Eisberges verrutschen. Bis zu 10 Meter tägliche „Wanderschaft“ der einzelnen Eisberge konnte so schon im Gebiet des Falljökull beobachtet werden.

Also …

Los geht’s zur Walbesichtigung, dem Bad in der thermal beheizten, blauen Lagune, dem Beobachten der seltenen Papageitaucher (Puffins), der Eiswanderung oder der Wasserfallbesichtigung.

Wer die sogenannte Ringstraße – die einzige Autobahn Islands – nutzt, wird automatisch an vergleichbaren Gletschern und auch diversen Wasserfällen vorbeigeführt. Wie fast alle Na-turschauspiele, sind auch die Wasserfälle voll-ständig für den touristischen Besuch geöffnet. Verbotsschilder, wie sie uns Deutschen beispiels-weise von den Nordsee-Inseln bei Betreten der Dünen, bekannt sein dürften, sucht man hier ver-gebens. Wer möchte, der betritt den Bereich der Wasserfälle auf eigene Gefahr und erklimmt so manch rutschig-glitschigen Stein, um vielleicht auch einmal einen Blick hinter die Kulissen – also in mögliche Höhlen hinter dem Wasser – zu erhaschen.
Die „fehlenden“ Verbotsschilder deuten dann auch schon auf die entspannte Lebensweise der Isländer hin. Stress scheint selbst in der Haupt-stadt Reykjavik kaum aufzukommen. Nun mag das vielleicht daran liegen, dass Reykjavik mit einer Einwohnerzahl von 120tsd. Menschen das Level Großstadt gerade mal so erreicht. Vielleicht sorgt auch das für uns Deutsche überproporti-onal hohe Haushaltseinkommen für die nötige Entspanntheit der Isländer. Auf jeden Fall wird Gastfreundschaft hier groß geschrieben. Wer nach dem rechten Weg fragt, Ausfl üge plant oder einfach mal etwas neues essen und ausprobieren möchte, der bekommt hier garantiert Unterstüt-zung auf Englisch, Französisch und zur Not auch schon mal auf Deutsch.