Erziehen nach Bauchgefühl

Erziehen nach Bauchgefühl

Eltern dürfen ruhig auf ihr Bauchgefühl vertrauen, denn Mütter und Väter spüren einfach, ob es ihrem Kind gut geht. Die Intuition ist ein wichtiger Ratgeber in der Erziehung. Mütter und Väter entwickeln ganz automatisch Feinfühligkeit und Fürsorge für ihr Kind, damit es sich wohlfühlt und jederzeit auf seine Bedürfnisse eingegangen werden kann. Eltern und Kind sind also perfekt aufeinander eingespielt – von Natur aus. Daher lohnt es sich, öfter auf den eigenen Bauch zu hören und auch den Kopf mal auszuschalten. Eltern sind auf sich selbst angewiesen und wollen immer alles richtig machen. Dabei sind sie ständig auf
der Suche nach Bestätigung. Und da es keine festen Normen und keine verlässlichen Bewertungen mehr gibt, die früher von Generation zu Generation weitergegeben wurden, suchen Eltern diese heute im Vergleich mit anderen Familien und anderen Kindern. Doch Mütter und Väter wissen schon aus Erfahrung, wie sehr diese ständigen Vergleiche mit anderen Familien sie unter Druck setzen können. Man sollte also bewusst versuchen sich davon frei zu machen und mehr auf die Intuition zu hören. Dazu gehört, dass Eltern öfter auch ihre eigene Stimme hören – selbst, wenn das im Gegensatz zu dem steht, was andere tun.

Eltern sorgen ohnehin intuitiv dafür, dass ihr Kind die richtigen Anregungen bekommt, damit es sich optimal entwickeln kann. Dabei hilft ihnen das Bindungsprogramm, das in jedem Menschen angelegt ist. Es lässt Mütter und Väter spüren, was in welcher Situation gut für ihr Kind ist. Das kann ihnen niemand nachmachen. Darin sind sie Profis.

Eltern haben ein Gespür für Gefahren.

Wie gut das Bauchgefühl auch bei drohenden Gefahren funktioniert, erfahren Eltern tagtäglich. Sie können am Geschrei ihres Kindes erkennen, ob es sich wehgetan hat oder ob es nur wütend ist. Und wenn es im Kinderzimmer mal verdächtig still ist, sind sie sofort zur Stelle, um zu verhindern, dass ihr Kind auf den wackeligen Schrank klettert.

Das Bauchgefühl hilft Eltern auch bei der Entscheidung, ob sie beim Erziehen mal ein Auge zudrücken dürfen. Zum Beispiel bei dem Thema Zubettgeh-Zeiten. Was in Erziehungskursen oft empfohlen wird, etwa eine regelmäßige Zubettgeh-Zeit, lässt sich im Alltag nicht immer eins zu eins umsetzen. Da fehlt oft etwas ganz Wesentliches, nämlich der Hinweis darauf, dass alle Eltern eine innere Stimme haben, auf die sie häufiger hören sollten.

Die innere Stimme flüstert Eltern aber auch ein, wann es Zeit ist, Grenzen zu setzen. Folglich wissen Mütter und Väter besser als der Nachwuchs, wo es langgeht. Kinder brauchen starke Eltern, die wissen, was gut für sie ist. Sie

brauchen furchtlose Mütter und Väter, die ihr Kind nicht mit anderen vergleichen, sondern dessen Eigenarten und Stärken sehen.

Dass man mit Gelassenheit leichter durchs Leben kommt, wissen alle Eltern – eigentlich. Doch bei unseren Kindern tun wir oft genau das Gegenteil. Jedes Anschauen eines harmlosen Trickfilms muss gerechtfertigt werden. Für jedes Eis, das es zusätzlich gibt, stellen wir ellenlange Überlegungen an oder – was noch schlimmer ist:

Wir verbieten es einfach aus grundsätzlichen Erwägungen.

Das Geheimnis einer liebevollen Erziehung.

Doch worin besteht dann das Geheimnis einer guten Elternintuition? Ganz einfach: Mütter und Väter sollten ihr Kind von Anfang an als eigenständige Persönlichkeit betrachten und akzeptieren. Es fühlt sich verstanden, wenn es bei Kummer getröstet wird. All das stärkt sein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Zudem sollte man öfter mal kleine Denkpausen einlegen: Ist der Einkauf wirklich so wichtig, dass ich das Spiel meines Kindes unterbrechen muss? Oder geht es auch eine halbe Stunde später? Eltern hilft es, wenn sie sich im Familienalltag immer wieder die Frage stellen: Ist das jetzt wirklich so entscheidend? Das kann ihnen manches Aha-Erlebnis bescheren.