One Woman Show

One Woman Show

Kinderbetreuung, Zeitmangel und Geldsorgen: Alleinerziehende Mütter haben viele Herausforderungen zu meistern. Alleinerziehende Mütter sind in Deutschland längst keine Seltenheit mehr. Fast jede fünfte Familie ist eine Einelternfamilie. Über 2 Millionen Kinder unter 18 Jahren leben bei einem alleinerziehenden Elternteil. In 90 Prozent der Fälle ist
dies die Mutter.

Trennung, Tod des Vaters oder die bewusste Entscheidung, das Kind ohne Partner aufzuziehen – es gibt viele Gründe, die im Prinzip jede Mutter „alleinerziehend“ werden lassen können. Ganz gleich, wie der Grund lautet: alleinerziehende Mütter haben täglich mehr Hürden zu überwinden, als es mit der Unterstützung eines Partners der Fall ist.

Eine gute Organisation des Alltags ist für alleinerziehende Mütter besonders wichtig. Wie gut das möglich ist, hängt vor allem von der persönlichen Lebenssituation ab. Dabei spielen mehrere, voneinander abhängige Faktoren und Umstände eine Rolle.

Berufstätigkeit vs. Zeit für das Kind 

Viele alleinerziehende Mütter sind berufstätig und das überwiegend in Vollzeit. Viele haben aus finanziellen Gründen sicher keine andere Wahl, doch für einen Großteil ist es ohnehin wichtig, einen Beruf auszuüben und sich darin zu verwirklichen. Unabhängig von ihrer Motivation befinden sich berufstätige, alleinerziehende Mütter oft im Zwiespalt. Einerseits sind sie finanziell weitestgehend gesichert, andererseits bleibt oftmals weniger Zeit für das Kind, wenn sie zum Beispiel abends erst spät von der Arbeit nach Hause kommen oder am Wochenende arbeiten müssen. Ein straff organisierter Zeitplan – vom Supermarkteinkauf über den Hausputz bis hin zur Freizeitgestaltung mit dem Kind – ist für viele alleinerziehende Mütter Gang und Gäbe. Ausreichend Zeit für sie selbst kommt dabei oft zu kurz.

Kinderbetreuung 

Berufstätige, alleinerziehende Mütter sind vor allem auf eine gut funktionierende Kinderbetreuung angewiesen, besonders wenn das Kind noch klein ist und vertraute Bezugspersonen wichtig sind. Das ist nicht immer ohne weiteres möglich, beispielsweise wenn keine passenden Betreuungsplätze verfügbar sind oder sich die Öffnungszeiten der Kindertagesstätte und die Arbeitszeiten der Mutter in die Quere kommen. Auch müssen alleinerziehende Mütter immer damit rechnen, kurzfristig umorganisieren zu müssen, etwa wenn das Kind krank ist oder die Schule früher endet. So ist es nicht verwunderlich, dass private Betreuungsoptionen, z.B. durch die Großeltern oder Freunde, fester Bestandteil in der Alltagsplanung vieler alleinerziehender, berufstätiger Mütter sind.

Verhältnis zum Kindsvater

Ungeachtet der finanziellen Ansprüche, erleichtert ein gutes Verhältnis zum Vater des Kindes für viele alleinerziehende Mütter den Alltag. Sie können den Vater in ihrer Zeitplanung und auch in Notfällen berücksichtigen und um Unterstützung bitten. Auch wichtige Entscheidungen im Sinne des Kindes, wie zum Beispiel Gesundheitsfragen oder die Wahl der Schule, lasten so nicht allein auf den Schultern der Mütter. Regelmäßige Besuchstage beim Vater machen es für alleinerziehende Mütter zudem gut möglich, sich auch einmal Zeit für sich zu nehmen. Das ist wichtig und kommt letztendlich auch dem Kind zu Gute.