Wie viel Taschengeld braucht mein Kind?

Wieviel Taschengeld gebe ich meinem Kind? Was ist üblich für 8, 12 oder gar 14-Jährige? Welche Leistungen werden für dieses Taschengeld seitens der lieben Kleinen erbracht? Bzw. dürfen Eltern überhaupt Gegenleistungen für ein Taschengeld fordern? Und was soll/kann/darf von diesem Taschengeld in Zukunft gekauft werden?  Das sind Fragen, die auf jeden Fall schon vor Entstehung des Euro und sicherlich auch schon vor der ehemaligen D-Mark gestellt und immer wieder neu beantwortet werden.

Die Frage, warum eigentlich Taschengeld ist sicherlich schnell beantwortet.

Schließlich wollen wir unsere Kinder ja gerne auf das wahre Leben und die Tauschgeschäfte von Waren oder Dienstleistungen gegen die erworbenen Scheine und Münzen vorbereiten. Und schließlich möchten wir ihnen vermitteln, welchen Wert denn dieses Geld hat, wie schwer es zu bekommen und wie leicht wieder zu verlieren ist. So der Wunsch nach dem nächsten Eis bereits zu einer ersten finanziellen Entscheidung, denn vielleicht kann ich mir für diesen Euro ja auch etwas ganz anderes leisten. Oder wenn ich fünfmal auf dieses geliebte aber kleine Eis verzichte, dann kann ich mir einen ganz großen Eisbecher gönnen. – Oder ein Fahrrad? OK. Dafür müssen tatsächlich sehr viele Eisbällchen in der Kühlung zurückgelassen werden, aber grundsätzlich lässt sich so letztendlich natürlich der Wert des Geldes am besten vermitteln, denn wie so oft, gilt auch beim Umgang mit Geld: Learning by doing.

Aber wieviel darf es denn nun sein? „Der Benni bekommt 30 Euro im Monat!“, so oder so ähnlich hört man es wohl überall, wenn es mal wieder um die „Verhandlung“ des Taschengeldes geht. Doch dass dies letztlich natürlich von vielen Parametern abhängig ist, vergessen die Kleinen natürlich nur zu gerne. Denn ebenso, wie es unterschiedliche Einkommens- und Vermögensverhältnisse gibt, so ist das Taschengeld auch von den oben genannten „Bedingungen“ abhängig. Wenn besagter Benni nämlich beispielsweise von seinen Eltern „nur“ 15 Euro Taschengeld bekommt, ist es gut möglich, dass Oma und Opa mit einer ergänzenden Zuwendung für die Verdopplung des kindlichen Einkommens sorgen. Oder vielleicht mäht Benni den Rasen, wäscht das Auto, putzt das Badezimmer oder er hat andere Aufgaben, die ihm vermitteln, dass er mit einer gewissen Leistung sein kleines Vermögen mehren kann. Oder aber Benni muss von diesem Geld vielleicht auch seinen täglichen Sandwich am Schulkiosk finanzieren, oder den Kinobesuch, oder das Schwimmbad oder oder oder. Und dann ist es natürlich auch noch davon abhängig, ob der Benni denn acht, zwölf oder vierzehn Jahre alt ist, denn nachvollziehbarerweise hat ein Teenager deutlich weiterführende Wünsche und Vorstellungen, als es der Fünfjährige mit wöchentlich 50 Cent hat.

Gerade diese wöchentliche „Auszahlung“ ist laut Empfehlung deutscher Jugendämter auch die richtige Wahl bei den Fünf bis Neunjährigen. Wobei ein Taschengeld für Kinder unter 5 Jahren noch nicht empfohlen wird, da hier das nötige Verständnis noch nicht erbracht werden kann. Ab dem 10. Lebensjahr ist dann eine monatliche Zuwendung sinnvoll, damit die Kinder ergänzend lernen, sich die ihre vorhandenen Mittel entsprechend einzuteilen und auch mal den nötigen Verzicht zu üben. Ob es dann in bar ausgezahlt oder vielleicht auf ein eigens hierfür eingerichtetes Jugendkonto eingezahlt wird, sollte mit dem Kind abgestimmt bzw. den Umständen angepasst werden. Denn was nützt das tollste Bankkonto, wenn der Sprössling nicht in der Lage ist, darüber zu verfügen, weil keine Bankfiliale oder ein Geldautomat in heimatlicher Umgebung zu finden ist?

Letztlich muss also jeder selbst entscheiden, ab wann und in mit welchem Betrag er seine Kinder monatlich unterstützen möchte. Die nachfolgende Tabelle wurde auf Empfehlung der Jugendämter zusammengestellt und gibt den bundesweiten Durchschnitt der deutschen Taschengelder wieder. Eine klare Empfehlung inwieweit diese „Richtlinien“ über- oder auch unterschritten werden können, gibt es nicht. Doch grundsätzlich ist vielleicht gerade im Hinblick auf den hier bereits zitierten Benni – also dem Vergleichsmoment mit Freunden – die grundsätzliche Größenordnung ganz hilfreich, um zumindest in diesem Punkt einer möglichen Diskussion bereits die notwendige Grundlage zu entziehen.

Alter des Kindes Taschengeld
Unter 6 Jahre 1 Euro pro Woche
6 – 7 Jahre 2 Euro pro Woche
8 – 9 Jahre 3 Euro pro Woche
10 Jahre 14 Euro pro Monat
11 Jahre 16 Euro pro Monat
12 Jahre 20 Euro pro Monat
13 Jahre 22 Euro pro Monat
14 Jahre 25 Euro pro Monat
15 Jahre 30 Euro pro Monat
16 Jahre 35 Euro pro Monat
17 Jahre 45 Euro pro Monat
18 Jahre 70 Euro pro Monat